Unsere Leistungen

Mit dem Erfolg wachsen auch die Herausforderungen. Die Erwartungen und Ansprüche an die Organisation werden größer – die eigenen, aber auch die Ihrer Partner. Sehr schnell können dabei die Leistungsfähigkeit von Organisation, Führungskräften und Mitarbeitern an ihre Grenzen stoßen. Lassen Sie uns diese Herausforderungen gemeinsam annehmen. Treffen eine oder mehrere dieser Fragen auf Sie zu?

Politikberatung

Oft fehlen NGOs die Kapazitäten, um eigenständig den Bereich der politischen Vertretung aufzubauen oder die politischen Kontakte professionell zu pflegen. Mit unserer langjährigen Erfahrung in der politischen Arbeit unterstützen wir Sie inhaltlich und konzeptionell.

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Gute Arbeit allein garantiert leider noch nicht, dass Ihre Organisation auch öffentlich wahrgenommen und gewürdigt wird. Vielmehr müssen NGOs ihre Erfolge und Errungenschaften selbst in die Öffentlichkeit tragen. Presse und Öffentlichkeit haben ihre eigenen Mechanismen, nicht immer gestaltet sich der Zugang dazu problemlos. Wir unterstützen Sie aktiv.

NGO Management

Wir bieten Ihnen von der Situationsanalyse bis hin zur Entwicklung von innovativen Lösungsansätzen eine breite Palette an Möglichkeiten, um das Potential ihrer Organisation besser auszuschöpfen. Dabei legen wir großen Wert auf die Anerkennung des bisher erreichten und der Weiterentwicklung von bestehenden positiven Ansätzen. Wir helfen Ihnen bei der Weiterentwicklung ihrer Organisation und unterstützen Sie bei Ihrer Profilbildung.

Aktuelle Beiträge

Aktuelle Beiträge und Publikationen finden Sie hier:

Vorstandskrise am Vorabend der IGMG Generalversammlung

IGMG Versammlung

Fast völlig unbemerkt von der eigenen Basis und fernab jeglicher öffentlicher Aufmerksamkeit sollte die Generalversammlung der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüş (IGMG) am 30.05.2021 stattfinden. Die Generalversammlung war wichtig, da der Vorstand um den Vorsitzenden Kemal Ergün sich um eine dritte Vorstandsperiode “bewerben” wollte. “Bewerben” in Anführungszeichen, weil Kemal Ergün wieder einmal ohne Gegenkandidaten für den Vorsitz antreten wird. Die IGMG Generalversammlung darf man sich nicht als ein Gremium vorstellen, in dem sich Kandidaten mit Programmen, Zukunftsvisionen und Gegenwartsanalysen um die Gunst der Delegierten streiten. Vielmehr ist sie eine mit ihrem Ablauf und ihrem Ergebnis vollkommen voraussehbare Notwendigkeit des Vereinsrechts.

Diese Ruhe wurde jedoch am Tag vor der Generalversammlung für die Öffentlichkeit, insbesondere für die verbandsinterne Öffentlichkeit, wahrnehmbar gestört. Am Samstag, einen Tag vor der Veranstaltung erklärte Hakki Çiftçi, ein langjähriges Mitglied des IGMG-Präsidiums und einer der engsten Vertrauten des Vorsitzenden Kemal Ergün, seinen Rücktritt. Çiftçi ist innerhalb der aktuellen IGMG-Führung ein wichtiger und gewichtiger Name. Er war der Regionalverbandsvorsitzende, in dessen angegliederter Moschee in den 90er Jahren Kemal Ergün seinen Pfad vom Gemeindeimam zum Vorsitzenden der IGMG betrat. Çiftçi war lange der Förderer von Kemal Ergün, der ihm den Weg zum Vorsitz ebnete. Necmettin Erbakan hatte auf seinem Sterbebett Ergün als Vorsitzenden, Çiftçi als seinen Stellvertreter designiert.

Am 29.05.2021 veröffentlichte Hakkı Çiftçi über sein Facebook-Profil folgende Erklärung (übersetzt aus dem türkischen Original, Auszug):

“VON DER ISLAMISCHEN EINHEIT ÜBER DIE AMGT ZUR IGMG.
Ich grüße Euch, liebe Freunde, liebe Weggefährten,
Ich habe die Möglichkeit gehabt, mit den Vorsitzenden Dr. Yusuf Zeynel Abidin, Osman Yumakoğulları, Ali Yükse[l]k, Dr. Yusuf Işık, Dr. M. Sabri Erbakan, Yavuz Çelik Karahan und Kemal Ergün zusammen meinen Dienst zu verrichten. Meine Funktionen innerhalb unserer Gemeinschaft, deren (Entwicklung) ich 40 Jahre lang bezeugen und stolz für meine Zugehörigkeit sein darf, dem Ermessen des Präsidiums überlassend, verabschiede ich mich.
Ich danke Yavuz Çelik Karahan als einem Großen unserer Sache, der mir die Möglichkeit gab, 3 Jahre im Präsidium eine Aufgabe zu übernehmen und meinem Weggefährten Kemal Ergün, mit dem ich 10 Jahre (2 Perioden) zusammen war, für ihr Vertrauen in mich. […]”

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Wo ist meine Moschee?

Screenshot Islam-Landkarte.at

Die Kritik und die Empörung über die Islam-Landkarte in Österreich hat ihre Berechtigung. Das öffentliche Kategorisieren von Moscheen ohne die Möglichkeit eines Zuwortkommens der Betroffenen mag zwar die Funktion eines öffentlichen Prangers erfüllen, wird aber dem Anspruch einer wissenschaftlich sauberen Arbeit nicht gerecht.

Es ist der Charakter eines offiziösen Markierungsregisters, die wahrscheinliche Konsequenzlosigkeit von bewusst oder unbewusst verbreiteten Falschinformationen und – einordnungen, die Simulation von Sachlichkeit und Objektivität bei gleichzeitiger Oberflächlichkeit hinsichtlich der tatsächlich vorhandenen Sorgenkinder innerhalb der muslimischen Community, das sind nur einige Punkte, die mich an dieser “Islam-Landkarte” stören.

Was mich an ihr nicht stört, ist das Auflisten von Moscheen und ihrer Adressen an sich. Das diesbezügliche angeführte Argument der Anschlagsgefahr kann sicherlich nicht ignoriert werden, es kann aber nicht zum einzig bestimmenden Kriterium des öffentlichen muslimischen Lebens erhoben werden. Damit würden gerade diejenigen, die mit Drohungen und auch tatsächlichen Angriffen gegen die Sichtbarkeit von Muslimen in der Öffentlichkeit vorgehen, die Bestimmungshoheit über diese Sichtbarkeit erhalten. Muslimische Sichtbarkeit würde davon abhängig gemacht werden, inwieweit sie von bestimmten Kreisen zugelassen wird, nicht davon, inwieweit Muslime selbstbestimmt sichtbar sein wollen.

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Glauben oder Eindeutigkeit

Wenn die „Verteidigung der Religion“ einem den Glauben kostet

Hidayet Ş. Tuksal schrieb letzte Woche über ein „Erdbeben im konservativen Milieu“ in der Türkei. Konkret geht es um eine persönliche Erklärung von Talha Hakan Alp, eines bis dahin als konservativ-muslimisch bekannten Gelehrten, der sich nicht nur von seinen bisherigen Positionen distanziert, sondern auch seine Glaubenszweifel öffentlich machte. Tuksal thematisiert dabei einen immer wieder stattfindenden Prozess von Ausgrenzung und Verurteilung innerhalb des muslimisch-konservativen Milieus in der Türkei bei als abweichend markierten Haltungen von ehemaligen Weggefährten. Die Erklärung Alps provoziert jedenfalls eine große Anzahl von Reaktionen herauf – aktuell (Stand: 11.04.21) ca. 1500 Kommentare auf den Thread, die gespickt mit Verurteilungen und Drohungen gegenüber dem Erklärenden waren.

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Französische Revolution in der IGMG – eine IGMG, viele Gesichter?

Große Moschee Paris

Der Diskurs über Islam und Muslime in Deutschland und anderen europäischen Staaten nimmt in diesen bewegten Zeiten nicht an Intensität ab. Die Zahl der Beiträge wird zwar mehr, nicht jedoch unbedingt die Zahl der Wortmeldungen auf Seiten der muslimischen Gemeinschaften. Für Öffentlichkeit und Medien ist es aktuell eher schwierig, überhaupt an O-Töne von Vertretern der muslimischen Gemeinschaften zu kommen. Dies zeigte sich auch in einem Pressegespräch des “Mediendienst Integration” am 17. November 2020 unter dem Titel “Berichten über Islam-Themen: Wie kann man Gemeinden richtig einschätzen und ansprechen?”

Hinzu kommt, dass das Handeln und die Kommunikation von manchen muslimischen Gemeinschaften immer wieder erratische Züge aufweist. Logische Brüche und Widersprüche von Aussagen der jeweiligen Zentralen zu Aussagen der Untergliederungen erschweren die Erkenntnis darüber, welche Positionen “verbandlich” sind, welche der Aussagen im Rahmen eines innerverbandlichen Diskurses entstanden sind oder eher aus der jeweiligen Situation heraus formuliert werden.

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Transformationsprozess im Rückwärtsgang?

Es sind nun über sechs Jahre her, seit ich keinen Bezug mehr zur IGMG habe. Lange genug, um sich nun doch wieder einmal anzuschauen, wie es um den dominanten Diskurs innerhalb der Gemeinschaft steht. Aufgrund der mittlerweile sehr spärlichen öffentlichen Positionierungen und Stellungnahme des Verbandes werde ich dabei auf zwei Publikationen aus dem Eigenverlag des Verbandes zurückgreifen.

In dem Buch “Derdimiz Davamız 1” (dt. Unsere Sorgen, unser Kampf) des IGMG Vorsitzenden Kemal Ergün sind seine Reden und Vorträge zusammengetragen worden, die er im innerverbandlichen Kontext gehalten hat. Als eine direkte Ansprache der Mitglieder und Verbandsfunktionäre spielen diese für die innerverbandliche Positionierung sicherlich eine große Rolle. In einer deutschen Übersetzung liegen diese Beiträge jedoch so gut wie nicht vor und sind der Allgemeinheit somit nicht zugänglich. Als die Reden des Vorsitzenden einer der größten muslimischen Verbände in Deutschland und Europa sind diese jedoch auch in unserem hiesigen Islamdiskurs relevant.

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Angriff auf die Moschee – was tun?

Fatih Moschee Bremen Mihrab Minbar

Die Angriffe auf Moscheen in den letzten Wochen haben für unterschiedliche Diskussionen gesorgt, ob es sich bei den betroffenen Moscheen um türkische oder deutsche Einrichtungen handelt, welche Rolle Medien und Politik dabei spielen usw. Eine Frage blieb dabei unbeantwortet: Was können die betroffenen Moscheegemeinden tun und wie können sich die Gemeinden im Allgemeinen auf solch einen Vorfall vorbereiten? Denn konkrete Schritte um mit solch einem Vorfall umzugehen, braucht es weit vor einem tatsächlichen Übergriff.

Obwohl die Zahl der Anschläge in unterschiedlichen Formen auf Moscheegemeinden in den letzten Jahren zugenommen hat, ist das Thema im institutionellen Handeln der muslimischen Gemeinschaften nicht angekommen. Solche Vorfälle dürfen zwar nicht als etwas Alltägliches oder Normales hingenommen werden. Die Erfahrung zeigt aber, dass sie nicht außerhalb des Wahrscheinlichen liegen. Die aktuellen Angriffe zeigen zudem, dass ihre Auslöser nicht nur in innerdeutschen Islamdebatten liegen müssen. Die gestiegene Sichtbarkeit von Moscheen führt auch dazu, dass sie von Spinnern, die eine politische Message verbreiten wollen, als geeignetes Objekt dafür gesehen werden.

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