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Wo ist meine Moschee?

Wo ist meine Moschee?

Die Kritik und die Empörung über die Islam-Landkarte in Österreich hat ihre Berechtigung. Das öffentliche Kategorisieren von Moscheen ohne die Möglichkeit eines Zuwortkommens der Betroffenen mag zwar die Funktion eines öffentlichen Prangers erfüllen, wird aber dem Anspruch einer wissenschaftlich sauberen Arbeit nicht gerecht.

Es ist der Charakter eines offiziösen Markierungsregisters, die wahrscheinliche Konsequenzlosigkeit von bewusst oder unbewusst verbreiteten Falschinformationen und – einordnungen, die Simulation von Sachlichkeit und Objektivität bei gleichzeitiger Oberflächlichkeit hinsichtlich der tatsächlich vorhandenen Sorgenkinder innerhalb der muslimischen Community, das sind nur einige Punkte, die mich an dieser “Islam-Landkarte” stören.

Was mich an ihr nicht stört, ist das Auflisten von Moscheen und ihrer Adressen an sich. Das diesbezügliche angeführte Argument der Anschlagsgefahr kann sicherlich nicht ignoriert werden, es kann aber nicht zum einzig bestimmenden Kriterium des öffentlichen muslimischen Lebens erhoben werden. Damit würden gerade diejenigen, die mit Drohungen und auch tatsächlichen Angriffen gegen die Sichtbarkeit von Muslimen in der Öffentlichkeit vorgehen, die Bestimmungshoheit über diese Sichtbarkeit erhalten. Muslimische Sichtbarkeit würde davon abhängig gemacht werden, inwieweit sie von bestimmten Kreisen zugelassen wird, nicht davon, inwieweit Muslime selbstbestimmt sichtbar sein wollen.

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Misstrauen in Gesetzesform – Zum Islamgesetz in Österreich

Es gibt “keinen sicheren Maßstab, loyale Moslims von fanatischen zu unterscheiden und kein sicheres Mittel, die ersteren loyal zu halten”. Hätte Carl Axenfeld diese Aussage nicht schon 1910 zum Kolonialkongress in Berlin geäußert, sie könnte im Vorfeld der Islamgesetz-Novelle in Österreich gefallen sein.  Denn ohne dieses Misstrauensmoment sind die Entwicklungen in dem Land mit der am längsten bestehenden, gesetzlich anerkannten muslimischen Gemeinschaft in Europa nicht nachvollziehbar.

In Deutschland werden Probleme mit der rechtlichen Integration der islamischen Gemeinschaften oft mit der fehlenden Anerkennung von muslimischen Strukturen – ob nun als Körperschaft oder in anderer Form – erklärt. Die Diskussion um die Reform des österreichischen Islamgesetzes zeigt jedoch, dass die Struktur- und Anerkennungsfrage kein Allheilmittel ist.

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