Hagia Sophia – die “kostspielige Rechnung”

Hagia Sophia – die “kostspielige Rechnung”

(Dieser Beitrag erschien erstmals auf “Religion&Recht” am 15.07.2020)

Noch vor einem Jahr bezeichnete der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan die Forderung nach der Umwandlung der Hagia Sophia als eine Rechnung, “dessen Kosten für uns zu hoch” wären. Mittlerweile müssen sich die Rechnungspositionen dermaßen verschoben haben, dass selbst ein solch “kostspieliger” Schritt für das politische Weiterbestehen notwendig erscheint.

Gebaut wurde die Hagia Sophia im 6. Jahrhundert nach Christus. Zur Moschee wurde sie mit der Eroberung Istanbuls durch die Osmanen 1453, mit einem Kabinettsbeschluss 1934 der jungen türkischen Republik wurde sie, auch mit der Unterschrift des Rebuplikgründers Mustafa Kemal Atatürk, zu einem Museum. Diese Unterschrift dürfte wohl auch der Grund dafür gewesen sein, dass am 10. Juli 2020 erst der türkische Staatsrat (“danıştay”) den damaligen Beschluss für ungültig erklären musste, damit am selben Tag der aktuelle Präsident Erdoğan mit einem eigenen Erlass die Verwaltung der “Hagia Sophia Moschee” der türkischen Religionsbehörde Diyanet übertragen und das Gebäude  zum Gebet freigeben konnte.

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