Vortrag – Reform in den Verbänden

Seminar in Kooperation mit der Diözesanstelle Ökumene und interreligiöser Dialog im Bistum Hildesheim

Immer wieder sind Forderungen nach einer notwendigen Reform des Islams zu hören. In der halbjährlich stattfindenden Seminarreihe zum Islam widmen wir uns dieses Mal der Frage, ob Reform im Islam – trotz aller Widerstände – nötig und möglich ist.

Wir wollen gemeinsam verschiedene Reformströmungen betrachten, unter anderem die des liberalen Islams, und auch die Verortung des Islams innerhalb Europas thematisieren. Da die islamische Organisationslandschaft in Deutschland sehr vielfältig ist, behandeln wir auch die Fragestellung, ob und wie eine Reform in den Verbänden möglich und erwünscht ist.

Jakobushaus-Reform-im-Islam

Leitung:
Ann-Kristin Beinlich, Akademie St. Jakobushaus
Simone Schardt, Bistum Hildesheim

Referent_innen
:
Eren Güvercin, Köln
Engin Karahan, Köln
Rabeya Müller, Köln

Neue Publi­kation erschienen: Aktiv gegen Islam­feind­lichkeit und Antimus­li­mi­schen Rassismus. Akteure und Heraus­for­de­rungen

Neue Publi­kation erschienen: Aktiv gegen Islam­feind­lichkeit und Antimus­li­mi­schen Rassismus. Akteure und Heraus­for­de­rungen

Neue Publikation der “CLAIM – Allianz gegen Islam- und Muslimfeindlichkeit” von Engin Karahan und Eren Güvercin

Die Phänomene Islam- und Muslimfeindlichkeit und Antimuslimischer Rassismus erfahren trotz zunehmender Islam- und Muslimfeindlichkeit in Deutschland und in Europa insgesamt noch eine mangelhafte Wahrnehmung – sowohl von medialer, politischer als auch von gesellschaftlicher Seite her.

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Werkstattgespräch „Perspektive der Deutschen Islam Konferenz“

Wie soll es mit der Deutschen Islam Konferenz in dieser Legislaturperiode weitergehen? Welche Themen soll die Deutsche Islam Konferenz schwerpunktmäßig behandeln, wer sind die Zielgruppen – und was wäre, wenn es die Deutsche Islam Konferenz eines Tages nicht mehr gäbe?

Dies waren die Kernfragen, zu denen das Bundesministerium des Innern einen ausgewählten, vielfältig zusammengesetzten Kreis von etwa 40 Personen am 19. März 2018 eingeladen hat, um offen darüber zu diskutieren. Mit dabei waren sowohl deutsche Muslime als auch Expertinnen und Experten, die sich als wichtige Stimmen zum Thema Muslime in Deutschland – Deutsche Muslime hervorgetan haben. Zu den Teilnehmern gehörte auch Engin Karahan.

Vortrag – Islam im öffentlichen Raum – Chancen, Herausforderungen, Konflikte

Welche Rolle spielt der Faktor „Religion“ im sich verändernden Europa? Wie ist das Verhältnis zwischen Religion und Politik angemessen zu gestalten? Das „Europäische Forum Religion und Politik“ bietet Politikern, Religionsvertretern und Wissenschaftlern die Möglichkeit zum Austausch über die diese Fragen – auf dem Hintergrund unterschiedlicher Erfahrungen, verfassungsrechtlicher Traditionen, religiöser oder weltanschaulicher Prägungen.

Gegründet wurde das Forum 2017 von den Evangelischen Akademien Badens, des Elsass und der Pfalz sowie vom Institut für Politikwissenschaft der Universität Strasbourg und von der Konferenz der Kirchen am Rhein.

Herzlich laden wir Sie ein zum zweiten Treffen:
Islam im öffentlichen Raum – Chancen, Herausforderungen, Konflikte
Dienstag, 6. Februar 2018, 16-19 Uhr, Palais de l’Europe

Ein Impulsreferat hält der Politikberater Engin Karahan, ehemaliges Mitglied der Deutschen Islamkonferenz und vormaliger Vertreter verschiedener muslimischer Verbände in Deutschland. Nach einer ersten Diskussionsrunde laden wir ein, das Gespräch bei einem Imbiss informell fortzusetzen.

Eine Herausforderung für die Muslime in Deutschland – Die aktuelle Flüchtlingssitutation

Ursprünglich erschienen in der "Junge Kirche, 2/16, S. 28-29

Die Frühgemeinde des Islams kannte das Phänomen der Flucht nur zu gut. Drei Mal versuchten die ersten Muslime in Mekka der allgegenwärtigen Unterdrückung der eigenen Stammesbrüder zu entgehen. Zwei Mal brachen jeweils kleinere Gruppen von Muslimen in das christliche Abessinien auf und suchten dort Zuflucht bei dessen christlichen Herrscher. Schließlich verließ fast die gesamte mekkanische Gemeinde auf Einladung der Einwohner der Stadt Yasrib ihre Heimat, als einer der letzten der Prophet selbst. Seine Flucht aus Mekka und seine Auswanderung nach Medina werden als dermaßen einschneidendes Moment angesehen, dass sie den Beginn der muslimischen Kalenderrechnung kennzeichnen.

“Und die vor ihnen (in Medina) und im Glauben ihre Heimat fanden, lieben die, die als Auswanderer zu ihnen kamen. Sie finden in ihrem Inneren kein Bedürfnis nach dem, was jenen gegeben wurde, und stellen sich selber hintan, selbst wenn bei ihnen Kargheit herrscht. Wer bewahrt wird vor seinem eigenen Geiz, der gehört zu jenen, denen es wohlergeht.” (Sure 59 Haschr, 9)

Auf diese “Flüchtlingskrise” in den Jahren nach 622 n.Chr. geht der oben zitierte Vers ein. Nach und nach kamen hunderte Muslime als Glaubensflüchtlinge in diese Stadt, die später ehrenvoll nur noch als “die” Stadt des Propheten gelobt werden sollte, Medina. Eine staatliche Fürsorge gab es nicht, auch keine Zeltlager und Sammelunterkünfte. Es waren die neuen Muslime in Medina, die mit den Neuankömmlingen ihr Dach, ihren Fladen, Datteln und ihr kostbares Wasser teilten. Einen allgemeinen Wohlstand gab es in der Stadt nicht. Die die gaben, hätten nach heutigen Verhältnissen auch selbst nehmen können. Die Neuankömmlinge werden aber nicht einfach nur toleriert, auch der Begriff Respekt käme zu kurz. Sie werden geliebt, nicht mit Neid und Missgunst bedacht. Auch wenn man die Aussagen des Korans als idealisierend ansehen wollte, am Ende war es unter anderem gerade dieser Zusammenhalt in der Not, der aus bisher völlig fremden Menschen eine Gemeinschaft geformt hat. Weiterlesen

Eine Herausforderung für die Muslime in Deutschland – Die aktuelle Flüchtlingssituation

Eine Herausforderung für die Muslime in Deutschland – Die aktuelle Flüchtlingssituation

(Ursprünglich erschienen in der “Junge Kirche, 2/16, S. 28-29)

Die Frühgemeinde des Islams kannte das Phänomen der Flucht nur zu gut. Drei Mal versuchten die ersten Muslime in Mekka der allgegenwärtigen Unterdrückung der eigenen Stammesbrüder zu entgehen. Zwei Mal brachen jeweils kleinere Gruppen von Muslimen in das christliche Abessinien auf und suchten dort Zuflucht bei dessen christlichen Herrscher. Schließlich verließ fast die gesamte mekkanische Gemeinde auf Einladung der Einwohner der Stadt Yasrib ihre Heimat, als einer der letzten der Prophet selbst. Seine Flucht aus Mekka und seine Auswanderung nach Medina werden als dermaßen einschneidendes Moment angesehen, dass sie den Beginn der muslimischen Kalenderrechnung kennzeichnen.

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Repräsentation und Öffentlichkeitsarbeit muslimischer Religionsgemeinschaften

Repräsentation und Öffentlichkeitsarbeit muslimischer Religionsgemeinschaften

Die letzten Monate waren für Vertreter der muslimischen Gemeinschaften nicht sehr einfach. Die Krisen gaben sich an der Verbandspforte die Klinke in die Hand. Betroffen von den einzelnen Krisen waren dann am Ende auch wieder alle zusammen. Das Getrieben-Sein ist jedoch nicht unbedingt ein “fremdgesteuerter” Zustand, vielmehr entstand und entsteht noch weiterhin der Eindruck, dass die Gemeinschaften sich am liebsten noch selbst ein Bein stellen. Besonders wird dies in der aktuellen Öffentlichkeitsarbeit der Gemeinschaften deutlich.

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Die Moschee im Dorf lassen – DITIB und der türkische Einfluss

Die Moschee im Dorf lassen – DITIB und der türkische Einfluss

Die aktuell laufende Debatten um die Spitzelvorwürfe gegenüber der DITIB lassen andere muslimische Gemeinschaften in Deutschland nicht unbeeindruckt zurück. Die Vorwürfe beschränken sich zwar auf die DITIB, von den Auswirkungen sind aber auch Islamrat, VIKZ, ZMD und sogar die AABF betroffen. Das Land Niedersachsen hat die Staatsvertragsverhandlungen mit allen Landesvertretungen der Gemeinschaften eingestellt, das Land NRW lässt nach einer rechtlichen und soziologischen Begutachtung nun auch mögliche politische Implikationen begutachten – bei allen beteiligten Gemeinschaften.

Was innerhalb der DITIB zu Beginn noch als Beamtenübereifer und völlige Fehleinschätzung einiger Karrieristen hinsichtlich der Verantwortung als Religionsgemeinschaft in Deutschland begann, hat sich mittlerweile zu einer handfesten Struktur- und Daseinsdebatte über die DITIB und zu einer Loyalitäts- und Zugehörigkeitsdebatte mit Blick auf die türkischstämmigen Muslime in Deutschland entwickelt. Eine Entwicklung, zu der insbesondere das verworrene und intransparente Auftreten der DITIB-Führung einen großen Beitrag geleistet hat.

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Tagesspiegel-Causa: Die Moschee im Dorf lassen

Tagesspiegel-Causa: Die Moschee im Dorf lassen

Am 12. April 2017 ist der Beitrag “Die Moschee im Dorf lassen – DITIB und der türkische Einfluss” von Engin Karahan auf der Debattenplattform Causa des Tagesspiegels erschienen:

Die aktuell laufende Debatte um die Spitzelvorwürfe gegenüber der DITIB lassen andere muslimische Gemeinschaften in Deutschland nicht unbeeindruckt zurück. Die Vorwürfe beschränken sich zwar auf die DITIB, von den Auswirkungen sind aber auch Islamrat, VIKZ, ZMD und sogar die AABF betroffen. Das Land Niedersachsen hat die Staatsvertragsverhandlungen mit allen Landesvertretungen der Gemeinschaften eingestellt, das Land NRW lässt nach einer rechtlichen und soziologischen Begutachtung nun auch mögliche politische Implikationen begutachten – bei allen beteiligten Gemeinschaften.

Was innerhalb der DITIB zu Beginn noch als Beamtenübereifer und völlige Fehleinschätzung einiger Karrieristen hinsichtlich der Verantwortung als Religionsgemeinschaft in Deutschland begann, hat sich mittlerweile zu einer handfesten Struktur- und Daseinsdebatte über die DITIB und zu einer Loyalitäts- und Zugehörigkeitsdebatte mit Blick auf die türkischstämmigen Muslime in Deutschland entwickelt. Eine Entwicklung, zu der insbesondere das verworrene und intransparente Auftreten der DITIB-Führung einen großen Beitrag geleistet hat.

Hier geht es zum Beitrag auf Tagesspiegel.de

Rechtlich zweifelhaft, politisch 10 Jahre in der Vergangenheit

Kommentar zu dem Papier „Islamische Verbände und Religionsgemeinschaft“
der MdBs Volker Beck und Cem Özdemir

Rechtlich als auch sachlich weitgehend falsch. Zu diesem Ergebnis führt die Lektüre des Positionspapiers, das die beiden Grünen-Abgeordneten Volker Beck und Cem Özdemir Mitte November zu islamischen Verbänden und Religionsgemeinschaften vorgelegt haben. In dem Papier kommen die beiden Autoren zu dem Ergebnis, dass es sich bei den vier muslimischen Gemeinschaften DITIB, Islamrat, VIKZ und ZMD nicht um Religionsgemeinschaften handelt. An der Begründung dieser These scheitert die – wohl als persönliche zu verstehende – Stellungnahme der Abgeordneten. So bleiben nicht nur die Annahmen über die Natur und das Funktionieren der vier genannten Gemeinschaften weit hinter dem Stand der aktuellen wissenschaftlichen Forschung zu muslimischen Gemeinschaften zurück, auch die rechtlichen Ausführungen sind streckenweise nicht nachvollziehbar und unzutreffend. Einige Argumente sollen hier exemplarisch aufgegriffen werden.

Sachlich ist schon die für die Publikation zentrale Aussage unbegründet, die vier Verbände wären in ihrer “Zusammensetzung national, politisch oder sprachlich, nicht aber bekenntnisförmig geprägt”. Die Autoren begnügen sich damit, die Verbände auf Seite 7 und 8 holzschnittartig nachzuzeichnen. Weder wird dabei der aktuelle wissenschaftliche Forschungsstand, noch das Selbstverständnis der Gemeinschaften oder die in ihnen praktizierte alltägliche Religionspraxis aufgegriffen.

Rechtlich unzutreffend ist bereits die Annahme auf Seite 1, alle Muslime müssten mitgliedschaftlich in den vier genannten Verbänden organisiert sein, damit diese Religionsgemeinschaften sein können. Ebenso unschädlich ist es, wenn nur ein Teil der Muslime überhaupt Mitglied in einem oder mehreren muslimischen Verband sind. Dann beschränkt sich die Vertretungsbefugnis der jeweiligen Gemeinschaften nur auf diese Gläubigen – mehr wird aber von den genannten vier Gemeinschaften nicht beansprucht. Das Religionsverfassungsrecht erwartet von Religionsgemeinschaften dort wo es notwendig ist (Kirchensteuer, Beteiligung am Religionsunterricht in der Schule) eine möglichst eindeutige und nachvollziehbare Mitgliedschaftsregelung. Dabei muss aber auch das jeweilige Selbstverständnis der Religionsgemeinschaften berücksichtigt werden. Das Papier setzt stattdessen ein wohl eher als katholisch zu bezeichnendes Verständnis von Kirchenzugehörigkeit und Mitgliedschaft voraus, das jedoch nicht von den muslimischen Gemeinschaften übernommen werden muss und auch nicht übernommen werden kann. Dieser Umstand wurde bei den bisher eingerichteten Religionsunterrichten in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen in Einklang mit den muslimischen Gemeinschaften auf der Verwaltungsebene entsprechend berücksichtigt. Weiterlesen


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