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Engin Karahan

Gesellschaft Gemeinsam Gestalten - Projekt- und Politikberatung

Auf Karahan.net finden Sie meine Beiträge, Vorträge und Publikationen zu den Themen Islam in Deutschland, Rassismus-Diskurs, NGO-Management, Politik- und Projektberatung.

Antidiskriminierungsarbeit braucht die gesellschaftliche Mitte

Haben Sie schon von dem Bericht der Antidiskriminierungsstelle des Bundes gehört? Überhaupt schon einmal etwas von dieser Behörde gehört? Nein, dann dürfte es Ihnen wie der Mehrheit der deutschen Bevölkerung gehen. Sowohl Antidiskriminierungsarbeit, als auch die Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) sind für die meisten Deutschen nichtssagende Begriffe. Diese Feststellung gehört mit zu den Ergebnissen eines Forschungsprojekts „Diskriminierung im Alltag “, das die ADS in Auftrag gegeben hat. Danach haben nur 23 % der Befragten schon einmal etwas von der ADS gehört, nur 34 % können sich unter dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) etwas vorstellen.

Die Zeit der Ausländerbeiräte ist vorbei, Kommunalpolitik findet im Stadtrat statt

**„Der Ausländerbeirat kann sich mit Angelegenheiten der Gemeinde befassen.“ So heißt es in der nordrhein-westfälischen und ähnlich auch in anderen Gemeindeordnungen. Die Formulierung macht es deutlich – so richtig viel hat der Ausländerbeirat in den Gemeinden nicht zu sagen. Er ist in der Regel ein Beratungsgremium, das oft nur dann angehört wird, wenn die Belange von Ausländern betroffen sind. ** Der Ausländerbeirat ist aber eines der wenigen Gremien, in denen auch Nicht-EU-Ausländer mit ihrer Stimme oder gar als Kandidat politisch tätig werden können – doch zumeist ohne Wirkung.

Der „tatsächliche Wertekonsens“ im Streit mit dem Pluralismus des Grundgesetzes

In die Integrationsdebatte fallen immer wieder neue Begriffe ein, die zweitweise die Diskussion zu bestimmen scheinen, dann aber nach einer gewissen Zeit in den Hades der verbrauchten Begriffe Eingang finden. Manche Begriffe scheint man aber nicht loswerden zu können. Immer dann, wenn man glaubt, sie wären wegen ihrer Inhaltsleere aus der Diskussion verschwunden, kommen sie unter einem anderen Gewand wieder zum Vorschein. Die Vorstellung von einer „Leitkultur“ ist solch ein Begriff.

„Dialog“ mit den Sicherheitsbehörden und Literaturlisten

Einleitung Die Themen Sicherheit und Terrorismusprävention stellen heute immer noch Hauptpfeiler im Umgang mit den Muslimen und dem Islam in Deutschland dar. Ausgehend von den Terroranschlägen wie dem 11. September oder die Londoner und Madrider Anschläge, aber auch der Gott sei Dank missglückten wie den Kofferbombern, wird auf die Ängste in der Bevölkerung verwiesen und die Notwendigkeit, dem Sicherheitsempfinden in der Bevölkerung gerecht zu werden, hervorgehoben. Als Orientierungspunkte für dieses gesellschaftliche Unsicherheitsempfinden dienen dabei die von Sicherheitsbehörden aufgestellten konkreten oder abstrakten Bedrohungsszenarien.

Zahl der älteren Migranten in Deutschland steigt weiter an – Es fehlt an geeigneten Betreuungsmaßnahmen

Die durch die Arbeitsmigration nach Deutschland zugewanderten jungen und kräftigen „Gastarbeiter“ der ersten Generation werden zunehmend älter. Eine natürliche Entwicklung, die bei ihrer Anwerbung weder von ihnen, noch von den Anwerbern in Betracht gezogen worden ist . Beide gingen vielmehr von der Rückkehr in die Heimatländer aus. Es waren nicht nur die Bezeichnungen für diese „Arbeitskräfte“, die sich im Laufe der Zeit geändert haben; zunächst waren sie Fremdarbeiter, dann Gastarbeiter, später ausländischer Arbeitnehmer oder Migrant und mittlerweile auch häufiger Staatsbürger mit Migrationshintergrund.

Deutsches Ärzteblatt - Verbot der Beschneidung bei Juden und Muslimen

Im Deutschen Ärzteblatt wird in der August 2008 Ausgabe Ärzten empfohlen, keine religiös begründete Beschneidung bei muslimischen und jüdischen Jungen durchzuführen. „Wenn keine medizinische Notwendigkeit besteht, sollte der Eingriff vom Arzt abgelehnt werden“, schreiben die Autoren Dietz/Stehr/Putzke. „Wir finden keinen Arzt mehr, der eine Beschneidung unseres Sohnes durchführen will.“ Diese Beschwerde wurde letzte Woche an die Antidiskriminierungsstelle der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs gerichtet. Immer mehr Eltern aus dem Raum Kassel klagen darüber, dass Ärzte grundsätzlich nicht mehr bereit sind, die Beschneidung bei ihren Söhnen vorzunehmen.