Berliner Beschneidungsregelung geht fehl

Die Berliner “Zwischenlösung” zur Beschneidung von muslimischen und jüdischen Kindern geht definitiv fehl. Auch wenn sie gut gemeint sein dürfte, kann die Regelung Beschneidungen faktisch unmöglich machen. Danach soll von der strafrechtlichen Verfolgung von Beschneidung grundsätzlich abgesehen werden, wenn folgende Voraussetzungen vorliegen:

  • Beide Elternteile bzw. die Sorgeberechtigten willigen schriftlich ein, nachdem sie ausführlich über die gesundheitlichen Risiken des Eingriffs aufgeklärt wurden.
  • Die Eltern weisen die religiöse Motivation und die religiöse Notwendigkeit der Beschneidung vor Religionsmündigkeit des Kindes nach (etwa zusammen mit der Einwilligungserklärung oder durch eine Bestätigung der jeweiligen Religionsgemeinschaft).
  • Der Eingriff wird nach medizinisch fachgerechtem Standard vorgenommen. Dazu gehören insbesondere die Sterilität der Umgebung sowie der medizinischen Hilfsmittel, eine größtmögliche Schmerzfreiheit und eine blutstillende Versorgung. Nach jetzigem Stand kann den Eingriff nur ein approbierter Arzt oder eine approbierte Ärztin durchführen. ((Berliner Rechtspraxis zum Umgang mit Umgang mit Beschneidungen – Justizsenator Berlin))

Diese Zwischen”lösung” schafft jedoch eher Probleme, als dass sie welche löst:

Braucht nur die Türkei Religionsfreiheit?

Doch würde es auch religiöse Minderheiten in Deutschland freuen, wenn der Bundestagspräsident den Blick auch auf die Situation in Deutschland richten würde. Denn auch hier stellt eines der größten Probleme von religiösen Minderheiten die kollektive Religionsfreiheit dar.

Antidiskriminierungsarbeit braucht die gesellschaftliche Mitte

Zweifellos macht solch eine gesellschaftliche Grundhaltung Antidiskriminierungsarbeit zu einer unangenehmen Sache für Akteure in diesem Bereich. Insbesondere zivilgesellschaftliche Organisationen haben Schwierigkeiten, sich Gehör für ihre Arbeit zu verschaffen und auch die notwendige öffentliche Aufmerksamkeit gegen Diskriminierung zu mobilisieren.

Kontrollen vor Moscheen in Niedersachsen sollen eingestellt werden

Stimmen die Ad-hoc-Meldungen aus Niedersachsen, dann sollen die verdachtsunabhängigen Kontrollen vor Moscheen endlich eingestellt werden. Der niedersächsische Ministerpräsident Wulff soll nun Innenminister Schünemann gebeten haben, von den wiederkehrenden Kontrollen abzusehen, solange es keinen konkreten Verdacht gegen einen der Moscheebesucher gebe.

Diskriminierung von Muslimen? Geht doch gar nicht.

Einen schwierigen Stand haben dabei Gruppen, die sich nicht gerade einer allgemeinen gesellschaftlichen Sympathie sicher sein können. So beschränkt sich in der breiten Bevölkerung bei dem Thema der Benachteiligung aufgrund der Religion oder Weltanschauung das Blickfeld auf den Bereich Religion, und dort auf den Islam.

Journalismus schützt vor Unwissen nicht – Eine Analyse eines wahrhaft ahnungslosen Islam-Beitrags in der FAZ

Mittlerweile vergeht kein Tag, an dem nicht ein Beitrag über den Islam in einer größeren Zeitung erscheint. Man möchte sich ja fast schon freuen, dass damit hoffentlich die allgemeine Wissenslücke über den Islam geschlossen wird. Das dürfte aber dem Beitrag von Regina Mönch in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 16.02.2007 nicht vergönnt sein. Schon der etwas zu lang geratene Titel „Wir haben abgeschworen! Das antworten Menschenrechtler auf die kritische Frage, ob man als Muslim geboren wird“ zeigt auf, dass die Autorin sich wohl nicht ganz sicher darüber war, was dieser Artikel aussagen soll. Es soll wohl hauptsächlich um den neu gegründeten Verein „Zentralrat der Ex-Muslime“ gehen. Über den Verein scheint es aber nicht viel zum Schreiben zu geben, also hat sich die Autorin wohl entschieden, umso mehr über den Islam zu informieren und die Leser über die möglichen Beweggründe solch einer Vereinsgründung aufzuklären. Dafür fehlt ihr aber offensichtlich das nötige rudimentäre Wissen über den Islam.

Über Unterdrückungen und politische Symbole – Wenn die Befreier zu Unterdrückern werden

Es gibt im türkischen ein Sprichwort, auf Deutsch müsste es ungefähr lauten: “Nenne einen klugen Menschen vierzig Tage einen Idioten und er wird ein Idiot.” Über die “political correctness” eines solchen Sprichworts wollen wir gar nicht streiten, aber mir scheint, das sehr viele Medienvertreter und Politiker nun seit Wochen immer wieder mit ein und denselben Argumenten, die kaum einer ernsthaften Überprüfung standhalten können, unbewusst dem Geiste dieses Sprichworts nacheifern. Das Kopftuch sei eine Unterdrückung der muslimischen Frau, das Kopftuch sei eine Unterdrückung der muslimischen Frau, das Kopftuch sei eine Unterdrückung der muslimischen Frau. Immer wieder die selbe Litanei, der selbe Akkord, der stupide abgespielt wird, fast so als wolle man es mit brachialer Gewalt in die Köpfe der Menschen einhämmern. Wie oft muss man etwas Falsches eigentlich wiederholen, damit es schon auf Grund von Gewöhnung zu einer Tatsache mutiert.