Profilierung auf Kosten der Muslime – Volltext

Stellungnahme des Koordinationsrates der Muslime (KRM) zur Handreichung „Klarheit und gute Nachbarschaft“ der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)

Die aktuelle Handreichung „Klarheit und gute Nachbarschaft. Christen und Muslime in Deutschland“ der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD ist die erste Publikation zu der Thematik, die vom amtierenden Ratsvorsitzenden der EKD, Bischof Wolfgang Huber verantwortet wird. Dabei wird der vorliegende EKD-Text Nr. 86 in die Nachfolge der im Jahre 2000 veröffentlichten Handreichung „Zusammenleben mit Muslimen in Deutschland. Gestaltung der christlichen Begegnung mit Muslimen” gestellt. Die neu erschienene Handreichung soll, so Huber, Menschen Klarheit und Orientierung verschaffen sowie einen Beitrag zum Gespräch mit Muslimen darstellen.

Profilierung auf Kosten der Muslime? – Pressemitteilung des Koordinierungsrates der Muslime

Der Koordinationsrat der Muslime in Deutschland KRM hat heute seine Stellungnahme zur Handreichung der Evangelischen Kirche in Deutschland „Klarheit und gute Nachbarschaft. Christen und Muslime in Deutschland“ (EKD-Texte 86) veröffentlicht. Dr. Ayyub Köhler, Sprecher des Koordinationsrats der Muslime KRM sagte: „Zur Vorbereitung unseres Gesprächs mit Bischof Dr. Wolfgang Huber am kommenden Mittwoch den 30.5.07 in der Yavuz Sultan Selim Moschee in Mannheim, haben wir heute unsere Position zu der Handreichung der EKD öffentlich gemacht. Bischof Dr. Wolfgang Huber hat unsere Einladung zu dieser Aussprache angenommen und wir erwarten eine fruchtbare Diskussion zu dem EKD-Text, der zum Teil erhebliche Kritik auf muslimischer Seite hervorgerufen hat.“Im Anschluss an das Gespräch, an dem, so Gott will, Vertreter aller Verbände innerhalb des KRM teilnehmen werden, ist eine gemeinsame Pressekonferenz um 19.00 Uhr in der Mannheimer Moschee geplant.

Dem KRM gehören an:

DITIB – Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V.
IRD – Islamrat für die Bundesrepublik Deutschland e.V.
VIKZ – Verband der Islamischen Kulturzentren e.V.
ZMD – Zentralrat der Muslime in Deutschland e.V.

Profilierung auf Kosten der Muslime – KRM-Stellungnahme zur EKD-Handreichung

Neuer Kurs im Vatikan oder doch nur eine mediale Finte?

In den letzten Tagen wurde kaum eine religionsbezogene Meldung von der Presse so einstimmig wiedergegeben wie die neueste Instruktion des Vatikans “Erga migrantes caritas Christi” (Die Liebe Christi zu den Migranten). So reicht die Palette der angeschlagenen Titel von “Abgrenzung vom Morgenland” (Merkur), über “Vatikan warnt vor Ehe mit Muslimen” (taz), bis hin zu “Vatikan macht Front gegen den Islam” (Kurier). Verwunderlich ist auch, dass die Instruktion fast schon als Brandbrief des Papstes an die Muslime dargestellt wird, während gerade mal neun Absätze von über hundert in direktem Bezug zu den Muslimen stehen.

Wozu Dialog, wenn nur eine Seite spricht, die andere aber nicht zuhört – Muslime sind von christlichen Kirchen enttäuscht

Die christlichen Kirchen in Frankreich sprachen sich diese Woche gegen ein Kopftuch-Verbot aus. Auch hatten sich davor schon die jüdischen Gemeinden gegen ein Verbot gestellt. Eine Unterstützung solcher Art, konnten die Muslime in Deutschland von den hiesigen christlichen und jüdischen Vertretern nicht erfahren. Oder wie sollten Muslime Äußerungen des EKD-Ratspräsidenten Huber deuten, der an der Eignung von Frauen für den öffentlichen Dienst oder den Lehrberuf zweifelt, nur weil diese ein Kopftuch tragen. Oder die Beurteilung Kardinal Meißners, der “politische” Kopftücher zwar als nicht hinnehmbar bezeichnet, als rein religiöses Symbol jedoch akzeptieren will. Dann ist da natürlich die Frage, wer denn nun entscheiden soll, ob das Kopftuch auf dem Kopf ein “politisches” oder ein religiöses ist. Wieso sind Kopftücher plötzlich alle politisch?