Islam-/Muslimfeindlichkeit und antimuslimischer Rassismus

Islam-/Muslimfeindlichkeit und antimuslimischer Rassismus

Islamfeindliche Ressentiments nehmen seit den Anschlägen vom 11. September 2001 rapide zu. Islam- und Muslimfeindlichkeit ist dabei nicht nur ein Phänomen gesellschaftlicher Randgruppen, sondern ist bis in die Mitte der Gesellschaft verbreitet. Diese Entwicklung ist nicht nur auf Deutschland begrenzt. In vielen europäischen Ländern nimmt die Ablehnung gegenüber dem Islam als Religion und Musliminnen und Muslimen als Individuen zu. Rechtspopulistische und offen rassistische Parteien in ganz Europa schlagen aus dieser Atmosphäre politisches Kapital.

In ihrem Beitrag “Islam-/Muslimfeindlichkeit und antimuslimischer Rassismus” für die Publikation Da.Gegen.Reden des Demokratiezentrums Baden-Württemberg greifen Eren Güvercin und Engin Karahan diesen Diskurs auf.

Wo ist meine Moschee?

Wo ist meine Moschee?

Die Kritik und die Empörung über die Islam-Landkarte in Österreich hat ihre Berechtigung. Das öffentliche Kategorisieren von Moscheen ohne die Möglichkeit eines Zuwortkommens der Betroffenen mag zwar die Funktion eines öffentlichen Prangers erfüllen, wird aber dem Anspruch einer wissenschaftlich sauberen Arbeit nicht gerecht.

Es ist der Charakter eines offiziösen Markierungsregisters, die wahrscheinliche Konsequenzlosigkeit von bewusst oder unbewusst verbreiteten Falschinformationen und – einordnungen, die Simulation von Sachlichkeit und Objektivität bei gleichzeitiger Oberflächlichkeit hinsichtlich der tatsächlich vorhandenen Sorgenkinder innerhalb der muslimischen Community, das sind nur einige Punkte, die mich an dieser “Islam-Landkarte” stören.

Was mich an ihr nicht stört, ist das Auflisten von Moscheen und ihrer Adressen an sich. Das diesbezügliche angeführte Argument der Anschlagsgefahr kann sicherlich nicht ignoriert werden, es kann aber nicht zum einzig bestimmenden Kriterium des öffentlichen muslimischen Lebens erhoben werden. Damit würden gerade diejenigen, die mit Drohungen und auch tatsächlichen Angriffen gegen die Sichtbarkeit von Muslimen in der Öffentlichkeit vorgehen, die Bestimmungshoheit über diese Sichtbarkeit erhalten. Muslimische Sichtbarkeit würde davon abhängig gemacht werden, inwieweit sie von bestimmten Kreisen zugelassen wird, nicht davon, inwieweit Muslime selbstbestimmt sichtbar sein wollen.

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Französische Revolution in der IGMG – eine IGMG, viele Gesichter?

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Der Diskurs über Islam und Muslime in Deutschland und anderen europäischen Staaten nimmt in diesen bewegten Zeiten nicht an Intensität ab. Die Zahl der Beiträge wird zwar mehr, nicht jedoch unbedingt die Zahl der Wortmeldungen auf Seiten der muslimischen Gemeinschaften. Für Öffentlichkeit und Medien ist es aktuell eher schwierig, überhaupt an O-Töne von Vertretern der muslimischen Gemeinschaften zu kommen. Dies zeigte sich auch in einem Pressegespräch des “Mediendienst Integration” am 17. November 2020 unter dem Titel “Berichten über Islam-Themen: Wie kann man Gemeinden richtig einschätzen und ansprechen?”

Hinzu kommt, dass das Handeln und die Kommunikation von manchen muslimischen Gemeinschaften immer wieder erratische Züge aufweist. Logische Brüche und Widersprüche von Aussagen der jeweiligen Zentralen zu Aussagen der Untergliederungen erschweren die Erkenntnis darüber, welche Positionen “verbandlich” sind, welche der Aussagen im Rahmen eines innerverbandlichen Diskurses entstanden sind oder eher aus der jeweiligen Situation heraus formuliert werden.

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Neue Publi­kation erschienen: Aktiv gegen Islam­feind­lichkeit und Antimus­li­mi­schen Rassismus. Akteure und Heraus­for­de­rungen

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Neue Publikation der “CLAIM – Allianz gegen Islam- und Muslimfeindlichkeit” von Engin Karahan und Eren Güvercin

Die Phänomene Islam- und Muslimfeindlichkeit und Antimuslimischer Rassismus erfahren trotz zunehmender Islam- und Muslimfeindlichkeit in Deutschland und in Europa insgesamt noch eine mangelhafte Wahrnehmung – sowohl von medialer, politischer als auch von gesellschaftlicher Seite her.

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