40 Hadithe von al-Nawawi: Die Innenansicht des Islams

Das Buch der vierzig Hadithe. Kitab al-Arba'in, mit dem Kommentar von Ibn Daqiq al-'Id (Verlag der Weltreligionen)In einer Zeit, in der viel und schlecht über den Islam und die Muslime diskutiert wird, tut es gut, ein Werk wie das vor kurzem im Verlag der Weltreligionen erschienene Werk „al-Nawawi: Das Buch der Vierzig Hadithe“ zu lesen.

Mit der Entscheidung des namhaften deutschen Hauses Suhrkamp/Insel, einen solchen Verlag zu gründen, wird endlich die Möglichkeit geschaffen, durch detailliert kommentierte und neu übersetzte grundlegende Texte der Religionen – und eben auch des Islams – eine Innenansicht der jeweiligen religiösen Tradition zu gewinnen. Weiterlesen

Österreich will keine Moscheen, oder?

Die vorarlberger Landesregierung hat am Samstag einen Gesetzesantrag eingebracht, um den Bau von Moscheen mit Minaretten grundsätzlich zu verhindern (weitergehende Infos sind zu finden hier, hier, hier und hier). Auch wenn ich persönlich nicht unbedingt ein Anhänger von Minaretten bin, wundert mich diese Aufregung schon etwas. Teilweise fühle ich mich in die Zeit nach dem Reichsdeputationshauptabschluss (1803) versetzt. Weiterlesen

Bundestag diskutiert die Integration – Große Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit in der Integrationspolitik

Der Bundestag diskutiert gerade über die Integrationspolitik der Bundesregierung. Anlass zu dieser Debatte ist der Antrag der Grünen “Integrationspolitik der Bundesregierung – Große Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit“. Erschreckend ist die geringe Zahl der Teilnehmer an dieser Debatte, kaum eine Abgeordnete, kaum ein Abgeordneter hat seinen Weg in den Plenarsaal gefunden. So hoch, wie das Thema Integration immer gepuscht wird, hätte man sich mehr Teilnehmer daran gewünscht. Unter anderem geht es in der Diskussion um die rechtliche Gleichstellung des Islams in Deutschland. Die Grünen üben heftige Kritik an der Integrationsbeauftragten Maria Böhmer. Weiterlesen

Integration sagen, aber Assimilation meinen

Recep Tayyip Erdogan KölnArenaAm Sonntag fand in Köln ein Treffen des türkischen Ministerpräsidenten mit den Auslandstürken in Deutschland statt. Schon diese Veranstaltung sorgte in der deutschen Öffentlichkeit für Irritation. Doch der Feuersturm der Empörung entbrannte an einer Äußerung Erdogans während seines Auftritts: Integrieren sollten sich die türkischstämmigen Migranten, aber nicht assimilieren. Assimilation sei ein “Verbrechen gegen die Menschlichkeit”.

Diese Worte hatten Wirkung, besonders bei Unionspolitikern aus dem Süden. Der bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU), warf dem türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan “nationalistische Töne” vor. Die ablehnende Haltung des Ministerpräsidenten zur Assimilation, sei „höchst unerfreulich“ gewesen. Der CSU-Vorsitzende Erwin Huber stellt gar den EU-Beitritt der Türkei in Frage, weil er in Erdogans Rede antieuropäische Töne vernommen haben will. Der Ex-CSU-Generalsekretär spricht sogar den Verdacht aus, Erdogan wolle eine türkische Partei in Deutschland gründen. Weiterlesen

Integration ist Vertrauen, auch in Krisenzeiten

Ruine Brand LudwigshafenEs war eine traurige Woche, voll Trauer und Schmerz. Neun Menschen hat Ludwigshafen verloren; erstickt und verbrannt in einem grausamen Brand. Kinder waren es zumeist, die nicht vor den züngelnden Rauchschwaden fliehen konnten. Wie denn auch, hatten sie doch die schwächsten Körper und den jüngsten Lebensgeist in sich. Verwelkt sind sie, Rosen im Feuersturm gleich. Ein Baby wurde aus dem Fenster geworfen, aus Barmherzigkeit und Liebe. Es überlebte und war eines der wenigen Lichtstrahlen dieser Woche. Neun Menschen sind gestorben. Neun Menschen hat Deutschland verloren. Aber Deutschland hat noch viel mehr verloren. Weiterlesen

Entschädigungszahlung nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz zugesprochen

Das Arbeitsgericht Hamburg hat in einer Entscheidung vom 4. Dezember 2007 (Aktenzeichen 20 Ca 105/07) die Arbeitgeberin zur Zahlung einer Entschädigung gemäß § 15 Abs. 2 AGG (Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz) in Höhe von 3 Monatsverdiensten verurteilt, weil sie die Bewerberin im Einstellungsverfahren wegen ihrer Religion benachteiligt habe.

Der beklagte Arbeitgeber ist der für Hamburg zuständige Landesverband des Diakonischen Werkes und als solcher Teil der Nordelbischen Evangelisch-lutherischen Kirche. Er hatte eine aus Mitteln des Bundes und der EU fremdfinanzierte Stelle für eine Sozialpädagogin/einen Sozialpädagogen in einem Teilprojekt „Integrationlotse Hamburg“ ausgeschrieben. In der Stellenanzeige heißt es: „Dieses Projekt ist ein Schulungs- und Informationsangebot für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren im Bereich der beruflichen Integration von erwachsenen Migrantinnen und Migranten“. Als diakonische Einrichtung setze er die Zugehörigkeit zu einer christlichen Kirche voraus.

Bundesrat will das Schächten von Tieren erschweren – Bundesratsinitiative stellt muslimische Metzger vor unlösbare Beweisprobleme

Der Bundesrat will das betäubungslose Schlachten von Tieren künftig nur gestatten, wenn der Antragsteller ausdrücklich nachweist, dass es dafür zwingende Vorschriften der Religionsgemeinschaft gibt. Außerdem soll er nachweisen, dass dem zu schlachtenden Tier auf diese Art nicht mehr Schmerzen zugefügt wird, als bei der Schlachtung mit Betäubung. Der Bundesrat hat dazu einen Gesetzesentwurf zur Änderung des Tierschutzgesetzes (BT-Drs. 16/6233) eingebracht. Der Bundesrat wolle damit der geänderten Verfassungslage gerecht werden. Nach dem das Bundesverfassungsgericht im Januar 2002 weitgehende Ausnahmen zum Verbot des Schächtens zugelassen hätte, müssten die Behörden immer dann eine Ausnahmegenehmigung erteilen, wenn ein Antragsteller „persönlich der Überzeugung war, dass der Glaube oder seine Glaubensvariante das betäubungslose Schlachten erfordere“. Weiterlesen

In Deutschland wurden bislang drei Rabbiner ordiniert

Berlin: (hib/SUK) Derzeit sind in Deutschland neun Studierende im Rabbinatsstudiengang eingeschrieben, die ersten drei Absolventen wurden 2006 als Rabbiner ordiniert. Die Studierenden sind am Abraham Geiger Kolleg (AGK) an der Universität Potsdam immatrikuliert, sieben weitere haben sich für das Wintersemester 2007/2008 eingeschrieben. Außerdem sind 148 Studierende an der Hochschule für Jüdische Studien (HfJS) in Heidelberg eingeschrieben. Dort soll zum nächsten Wintersemester auch ein Rabbinatsstudiengang eingeführt werden. Das berichtet die Regierung in ihrer Antwort (16/6134) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (16/6028).

Die Regierung gibt an, das AGK erhält in diesem Jahr eine Bundeszuwendung in Höhe von 150.000 Euro. Außerdem fördere das Land Brandenburg die Einrichtung mit 50.000 Euro. Für die Heidelberger HfJS erhalte der Zentralrat der Juden in Deutschland jährlich eine Bundeszuwendung von 527.000 Euro, zudem werde die HfJS mit 722.000 Euro von der Kultusministerkonferenz und mit 354.867 Euro vom Land Baden-Württemberg gefördert. Die Verwendung dieser staatlichen Zuschüsse unterliege “der üblichen Kontrolle nach dem Zuwendungsrecht”. Die Frage der Linken, ob es Überlegungen gebe, dass die institutionelle Förderung des “Internationalen Auschwitz-Komitees” in Zukunft entfallen könnte und das Geld an das AGK gehen könnte, wird verneint: Es seien “keine Überlegungen bekannt”, das Komitee nicht mehr institutionell zu fördern.

Anfrage der Linken zur Rabbinerausbildung

Antwort der Bundesregierung zur Rabbinerausbildung

VG Stuttgart: Keine Befreiung von der Schulpflicht aus christlichen Gründen

Die 10. Kammer des Verwaltungsgerichts Stuttgart hat mit Urteil vom 26.07.2007 die Klage einer Familie bibeltreuer Christen (Angehörigen der Gemeinde der Evangeliums-Christen Baptisten) auf Befreiung ihres Kindes von der allgemeinen gesetzlichen Schulpflicht abgewiesen (Az.:10 K 146/05).

Die klagenden Eltern stellten 2004 den Antrag, ihre am 02.08.1995 geborene Tochter von der Schulpflicht zu befreien; zugleich sollte der bisher erfolgte Hausunterricht für die Tochter gestattet werden. Die Eltern beriefen sich auf ihre Grundrechte auf Glaubensfreiheit und auf religiöse Erziehung der Kinder. Diese religiöse Erziehung sei in öffentlichen Schulen nicht gewährleistet. In der öffentlichen Schule werde lediglich die Liebe zu den Menschen – nicht zu Gott -, statt Unterordnung unter die Obrigkeit unter dem Etikett des mündigen Bürgers die ständige Rebellion und das unablässige Hinterfragen von Autorität gelehrt. Statt Schamhaftigkeit erfolge Sexualerziehung schon ab der 2. Klasse, statt Keuschheit erfolge eine verfrühte sexuelle Aufklärung und werde das Recht eines jeden Jugendlichen auf sexuelle Betätigung vermittelt. Statt vor Zauberei zu warnen, würden Hexengeschichten empfohlen und esoterische Praktiken wie Mandala-Malen geübt. Statt der biblischen Schöpfungsgeschichte werde die Evolutionstheorie, nicht als Theorie sondern als wissenschaftlich bewiesen, gelehrt. Die Schulaufsichtsbehörden lehnten den Antrag unter Hinweis auf den ebenfalls im Grundgesetz festgelegten Lehr- und Erziehungsauftrag des Staates ab.

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