Alle Beiträge von Engin Karahan

Menschenrechte in Zeiten des Terrors

Rolf Gössner schreibt über „Kollateralschäden an der »Heimatfront«“ – Fast sechs Jahre sind nun seit dem 11. September 2001 vergangen. Vieles hat sich im Laufe dieser Jahre geändert. Worauf man sich in dieser Zeit aber immer verlassen konnte, war der permanente Ruf mancher Kreise für mehr Sicherheit auf Kosten der Freiheit. Diese Entwicklungen in der Sicherheitspolitik hat Rolf Gössner in seinem neuesten Buch „Menschenrechte in Zeiten des Terrors – Kollateralschäden an der »Heimatfront«“ nachgezeichnet und aufgezeigt, wohin diese Entwicklung führen kann. So kam es in diesen Jahren immer wieder zu gravierenden Menschenrechtsverletzungen, aber nicht nur durch Terrorakte, sondern auch durch die weltweite Terrorismusbekämpfung. Weiterlesen

Einführung des Ethikunterrichts in Berlin als Pflichtfach verfassungsgemäß

Mit Wirkung für das Schuljahr 2006/2007 wurde im Land Berlin für die Jahrgangsstufen 7 bis 10 der öffentlichen Schulen das Fach Ethik als ordentliches Lehrfach eingeführt. Grundlage hierfür ist eine neu gefasste Bestimmung des Schulgesetzes für das Land Berlin. Die Einführung des Lehrfachs erfolgte zunächst in der Jahrgangsstufe 7, in den Folgejahren wird der Unterricht auf jeweils eine weitere Jahrgangsstufe erstreckt. Der Ethikunterricht tritt als Pflichtfach ohne Abmeldemöglichkeit neben den Religionsunterricht. Die Teilnahme am Religionsunterricht ist freiwillig. Weiterlesen

Entscheidung auf der Basis des Korans, oder doch nur zu wenig Zeit gehabt

Die ganze Aufregung um die koranisch begründete Ablehnung einer Scheidung durch eine Frankfurter Richterin scheint langsam abzuklingen, die Fakten um den Fall dringen aber erst so langsam an das Tageslicht. Den millionenfachen BILD-Leser werden diese jedoch sicherlich nicht erreichen.

Interessant an dem Urteil ist, dass es gar kein Urteil ist. Die Scheidung der Frau wurde gerade nicht abgelehnt, das Scheidungsverfahren lief bereits, die Dame wollte nur in dem obligatorischen Trennungsjahr früher geschieden werden. Da dazu eine Beweisaufnahme nötig gewesen wäre, hat sie für diesen einen Prozesskostenhilfe-Antrag gestellt, der mit besagter Begründung abgelehnt worden ist. Dies macht die Begründung zwar nicht besser, rückt aber sicherlich die mediale und politische Aufregung in ein anderes Licht. Es waren demnach nicht die schlimmen “Islamisten”, die für diese Entscheidung gesorgt haben, sondern einfach eine Richterin, die sich in einem Verfahren, das in einigen Monaten sowieso mit der Scheidung geendet hätte, nicht noch mehr Arbeit machen wollte. Weiterlesen

Journalismus schützt vor Unwissen nicht – Eine Analyse eines wahrhaft ahnungslosen Islam-Beitrags in der FAZ

Mittlerweile vergeht kein Tag, an dem nicht ein Beitrag über den Islam in einer größeren Zeitung erscheint. Man möchte sich ja fast schon freuen, dass damit hoffentlich die allgemeine Wissenslücke über den Islam geschlossen wird. Das dürfte aber dem Beitrag von Regina Mönch in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 16.02.2007 nicht vergönnt sein. Schon der etwas zu lang geratene Titel „Wir haben abgeschworen! Das antworten Menschenrechtler auf die kritische Frage, ob man als Muslim geboren wird“ zeigt auf, dass die Autorin sich wohl nicht ganz sicher darüber war, was dieser Artikel aussagen soll. Es soll wohl hauptsächlich um den neu gegründeten Verein „Zentralrat der Ex-Muslime“ gehen. Über den Verein scheint es aber nicht viel zum Schreiben zu geben, also hat sich die Autorin wohl entschieden, umso mehr über den Islam zu informieren und die Leser über die möglichen Beweggründe solch einer Vereinsgründung aufzuklären. Dafür fehlt ihr aber offensichtlich das nötige rudimentäre Wissen über den Islam. Weiterlesen

Muslimische Organisationen verurteilen Terror und Gewalt

Muslimische Verbände und Migrantenorganisationen haben heute in einer gemeinsamen Erklärung Terror und Gewalt verurteilt. Hier die Erklärung im Wortlaut:

Nicht in unserem Namen! Muslimische Verbände gegen Terror und Gewalt

Mit Entsetzen und tiefer Abscheu verurteilen wir, die unterzeichnenden muslimischen Verbände und Migrantenorganisationen die versuchten Bombenattentate der letzten Tage und verwahren uns dagegen, dass diese Handlungen mit dem Islam gerechtfertigt werden sollten. Die mutmaßlichen Täter finden im Islam keine Rechtfertigung für solche Taten. Der Terror ist eine Bedrohung und ein Verbrechen gegen die gesamte Menschheit. Der Qur`an sagt: “Wer einem unschuldigen Menschen das Leben nimmt, handelt so als ob er die gesamte Menschheit tötet” Sura 5 Vers 32. Weiterlesen

Moscheen mit Nationalflaggen: Islam in den USA und in Deutschland

Eine leider mehr als zutreffende Bewertung des oftmals etwas zu weit gehenden Patriotismusses in manch muslimischen Gemeinden in Deutschland.

Mosques with Foreign Flags: Islam in America and Germany

M. A. Muqtedar Khan | 6.09.06

Berlin May 23, 2006. We entered the mosque through a large iron gate closely watched by a score of Turkish men. Unlike most architecturally interesting buildings in Berlin which are open and easily accessible, this mosque which is both majestic and grand, is surrounded by a high wall and is accessible only through iron gates. I was in Berlin for a conference organized by the American Institute for Contemporary German Studies and one of their scholars and a Berlin Parliamentarian kindly volunteered to show me around Berlin.

As we approached the grand mosque, the Berlin Parliamentarian remarked, “notice the Turkish flag on the mosque, do you see a German flag anywhere?”

Verhandlungen zum Zuwanderungsgesetz sind abgeschlossen – Von “historischer Veränderung” weit entfernt

Nach monatelangem Streiten und Debattieren im Vermittlungsausschuss sind die Verhandlungen zum Zuwanderungsgesetz endlich zu einem Abschluss gekommen. Doch von der “historischen Veränderung in der Gesetzgebung” die der Bundesinnenminister Otto Schily ankündigte, ist nicht mehr viel übrig geblieben. Das neue Regelwerk reiht sich artig in die Tradition der alten Ausländergesetze ein, die eher den Zuzug verhindern wollen, als das sie eine Basis zur Integration bieten. Eine Anerkenntnis, dass dieses Land “Zuwanderung hat und auch weiter haben wird” ist das neue Gesetz sicher nicht. Schon die Aufgabenzuteilung an das neue Bundesamt für Migration und Flüchtlinge ist dabei exemplarisch für die Kontinuität, ja sogar den Rückschritt in der Ausländerpolitik. “Umsetzung von Maßnahmen zur Förderung der freiwilligen Rückkehr” wird als eines ihrer Hauptaufgaben angeführt, ein Punkt der schon zu Kohlschen Zeiten groß geschrieben wurde. Von Aufnahmebereitschaft ist bei solch einer Zielsetzung nicht viel zu spüren.
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Neuer Kurs im Vatikan oder doch nur eine mediale Finte?

In den letzten Tagen wurde kaum eine religionsbezogene Meldung von der Presse so einstimmig wiedergegeben wie die neueste Instruktion des Vatikans “Erga migrantes caritas Christi” (Die Liebe Christi zu den Migranten). So reicht die Palette der angeschlagenen Titel von “Abgrenzung vom Morgenland” (Merkur), über “Vatikan warnt vor Ehe mit Muslimen” (taz), bis hin zu “Vatikan macht Front gegen den Islam” (Kurier). Verwunderlich ist auch, dass die Instruktion fast schon als Brandbrief des Papstes an die Muslime dargestellt wird, während gerade mal neun Absätze von über hundert in direktem Bezug zu den Muslimen stehen.
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Das Freitagsgebet – Ursprung, Bedeutung, Durchführung

A. Der Freitag – ein besonderer Tag

Der Freitag ist zweifellos der wichtigste Wochentag im Leben des Muslims. Es stellt den Tag der Zusammenkunft und des besonderen gemeinsamen Gebets dar. Kein anderes Gebot des Islams wird so penibel, selbst von denen, die sagen würden, dass sie eher wenig mit Religion zu tun haben, befolgt, wie das Freitagsgebet. Dennoch ist die Bedeutung dieses Tages und des Freitagsgebetes bei Nicht-Muslimen kaum bekannt. Aber auch unter Muslimen gibt es ab und an Diskussionen über das richtige Begehen dieses Gebets.

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Über Unterdrückungen und politische Symbole – Wenn die Befreier zu Unterdrückern werden

Es gibt im türkischen ein Sprichwort, auf Deutsch müsste es ungefähr lauten: “Nenne einen klugen Menschen vierzig Tage einen Idioten und er wird ein Idiot.” Über die “political correctness” eines solchen Sprichworts wollen wir gar nicht streiten, aber mir scheint, das sehr viele Medienvertreter und Politiker nun seit Wochen immer wieder mit ein und denselben Argumenten, die kaum einer ernsthaften Überprüfung standhalten können, unbewusst dem Geiste dieses Sprichworts nacheifern. Das Kopftuch sei eine Unterdrückung der muslimischen Frau, das Kopftuch sei eine Unterdrückung der muslimischen Frau, das Kopftuch sei eine Unterdrückung der muslimischen Frau. Immer wieder die selbe Litanei, der selbe Akkord, der stupide abgespielt wird, fast so als wolle man es mit brachialer Gewalt in die Köpfe der Menschen einhämmern. Wie oft muss man etwas Falsches eigentlich wiederholen, damit es schon auf Grund von Gewöhnung zu einer Tatsache mutiert.

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