Grüne wollen „land grabbing“ in Entwicklungsländern verhindern

Ber­lin: (hib/JOH) Die Frak­tion Bünd­nis 90/Grüne for­dert, „land grab­bing“ auf die inter­na­tio­nale Agenda zu set­zen und hier­für eine hoch­ran­gige Kon­fe­renz aus­zu­rich­ten, um mög­li­che Poten­ziale, Gefah­ren und Aus­wir­kun­gen des The­mas zu dis­ku­tie­ren. In einem Antrag (16/12735) ver­lan­gen sie von der Bun­des­re­gie­rung fer­ner, das Thema im Rah­men der bila­te­ra­len Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit in Ver­hand­lun­gen mit Part­ner­län­dern zu dis­ku­tie­ren, die keine Ernäh­rungs­si­cher­heit in ihren Län­dern gewähr­leis­ten können.

Als „land grab­bing“ bezeich­nen Kri­ti­ker die welt­weite Ten­denz von Regie­run­gen und Unter­neh­men rei­cher Ölförder-, Schwel­len– und Indus­trie­län­der, rie­sige Flä­chen frucht­ba­ren Lan­des in Ent­wick­lungs­län­dern zu kau­fen bezie­hungs­weise zu pach­ten, um dort Nah­rungs­mit­tel für den eige­nen Bin­nen­markt zu pro­du­zie­ren. Geg­ner sehen darin eine unrecht­mä­ßige oder ille­gi­time Landan­eig­nung, wäh­rend Regie­run­gen in den Ent­wick­lungs­län­dern sich durch Ver­pach­tung und Ver­kauf häu­fig aus­län­di­sches Kapi­tal, Inves­ti­tio­nen in Infra­struk­tur, Wirt­schafts­wachs­tum auf dem Lande und die Schaf­fung von Arbeits­plät­zen versprechen.

Die Grü­nen for­dern nun, in der Land­po­li­tik– und Agrar­be­ra­tung von Part­ner­län­dern dem Thema „land grab­bing“ Rech­nung zu tra­gen und den Stel­len­wert von Boden­po­li­tik und Agrar­re­form in der deut­schen Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit zu stär­ken. Dabei solle auf die nach­hal­tige Siche­rung von Land(nutzungs)rechten und die Umver­tei­lung von Land im Sinne von Frauen, Indi­ge­nen, Land­lo­sen, Land­ar­bei­tern und ande­ren ver­letz­li­chen Grup­pen hin­ge­ar­bei­tet wer­den. Außer­dem solle sicher­ge­stellt wer­den, dass im Sinne der extra­ter­ri­to­ria­len men­schen­recht­li­chen Staa­ten­pflich­ten Deutsch­lands und der Mit­glied­schaft Deutsch­lands etwa in inter­na­tio­na­len Finanz­in­sti­tu­tio­nen „land grab­bing“ und Land­ver­trei­bun­gen durch Kre­dit­ver­ga­be­po­li­tik und Kre­dit­ver­ein­ba­run­gen kein Vor­schub geleis­tet wird.

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