…dann ist dies eine Nachricht wert. So oft im Leben stößt man nicht wirklich auf solch ein Kuriosum. Die Welt will also über „erfolgreiche Integration von Türken in Deutschland reden“. Interessant ist die Auswahl der Modellbeispiele und ihre Darstellung. Bei allen drei verspüren die Autoren den Zwang, unbedingt auf den „Bruch mit dem Herkunftsmilieu“ hinzuweisen, ohne den eine Integration wohl nicht funktionieren kann.
K. lernt zum Beispiel mit sechs Jahren für sechs Wochen bei einer deutschen Gastfamilie „die deutsche Art zu leben“ kennen, hat einen „deutschen, sehr deutschen Sohn“. B. kommt bei der älteren deutschen Nachbarin in den Genuss von „deutschen Möbeln, deutschem Essen und deutscher Ordnung“. Auch die dritte Protagonistin muss in dem Beitrag einen „Bruch“ vorweisen, auch wenn es bei Y. ein weicher ist. Bei ihr war es der einjährige Aufenthalt an einem amerikanischen College.
Ohne einen „Bruch“ scheint es nach Aussage der „Welt“-Autoren also nicht zu gehen. Stellt sich nur die Frage, wie weit man sich selbst brechen muss, um in den Genuss zu kommen, um von der Welt als „integriert“ geadelt zu werden. (aek)

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