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In Vorbereitung auf die Hadsch

Das die Anmeldung auf die Hadsch sehr früh erfolgt, hat einen kleinen Nachteil. Man weiß zwar, dass man in einigen Monaten zur Hadsch fahren wird, aber da der Aufbruchstermin noch so lange auf sich warten lässt, mag die richtige Hadschstimmung nicht recht aufkommen. Bei mir passierte es cirka drei Wochen vor dem Abflug. Ich wusste nicht was, aber etwas hatte sich geändert. Irgendwie kam eine Spannung auf, die kaum auszuhalten war. Eine unglaubliche Sehnsucht setzte ein, jeder einzelne Tag wollte nicht mehr vergehen. Ich begann nun auch mit meinen Vorbereitungen. So ziemlich jedes Buch über die Hadsch musste gelesen, jede Dokumentation gesehen werden.

Jedesmal mit der Absicht, sich nicht nur zu informieren, sondern vielmehr etwas von der Sehnsucht zu stillen, über das Gelesene und Gesehene einen weiteren Blick einzufangen. Schon in dieser Zeit änderte sich emotional sehr vieles. Ein zitterndes Herz ist von nun an ein ständiger Begleiter. Es reicht schon ein laut rezitierter Koranvers, ein bedächtiges Moment im Gebet reichen, um die Gefühle in Wallung zu bringen. Jeder vergehende Tag mündet in einen neuen, von Sehnsucht geplagten. Einen Höhepunkt in dieser Zeit stellen die Hadschseminare dar. An zwei bis drei Wochenenden werden in der Gemeinde Informationsveranstaltungen zu den Hadschritualen, zum Aufenthalt in Mekka und Medina, überhaupt zum gesamten Ablauf der Pilgerreise durchgeführt. Dabei stellen sich auch die Bediensteten für die Reise den angehenden Pilgern vor und auch die angehenden Pilger lernen sich untereinander kennen. Die Seminare stellen aber nicht wegen den Informationen einen Höhepunkt dar, nein, sie sind der Ort, an dem man vor der Hadschreise den heiligen Stätten am Nächsten kommt. Mit Originalaufnahmen, mit Ilahis, die auf die Stimmung dort vorbereiten und mit den Pilgergefährten, die man hier zum Teil zum ersten Mal zu Gesicht bekommt. Ihren Abschluss finden die Semniare in der Pilgerverabschiedung in der Moschee. Dazu laden die angehenden Hadschis Verwandte und Bekannte ein, um sich gemeinsam von allen zu verabschieden. Dabei bekommen sie von den Gästen auch Grüße an den Propheten und an die Heiligen Stätten mit auf den Weg. Damit ist dann auch so ziemlich die Vorbereitungsphase zu Ende. Von besonders nahen Verwandten und Freunden wird gesondert Abschied genommen, mit der Bitte um Gebete und der Entgegennahme von Grüßen für den Propheten. Nun geht es nur noch darum, die Koffer zu packen, und endlich abzureisen.

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Handbuch Islam: Die Glaubens- und Rechtslehre der Muslime Wallfahrt nach Mekka: Das Wichtigste über umra und hadsch

 

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