Erst Hohmann, dann Nietzsche und jetzt reiht sich auch noch der Karlsruher CDU-Abgeordnete Axel Fischer in die Reihe der Entgleisenden. Doch sind uns denn diese Töne wirklich so fremd. Als Einzelfälle will die CDU diese Fälle behandelt wissen, eine falsche Wortwahl nennt es Nietzsche in seiner halbherzigen Entschuldigung.
Doch sind uns solche Töne aus dem Lager der C-Parteien wirklich fremd? Wobei das 'C' in solchen Äußerungen ganz sicher nicht mehr meinungstragend ist. Seien es Unterschriftenaktionen Herrn Kochs in Hessen, die zu Unterschriften gegen Ausländern ausarten oder doch wieder Äußerungen aus Bayern; von Beckstein, der sich Muslime kaum anders als fundamentalistisch vorstellen kann oder die Kultusministerin im Kabinett, Hohlmeier, die im Kopftuch nur ein 'politisch-religiöses Zeichen, das gerade Fundamentalisten immer wieder für sich als Symbol für den Gottesstaat missbrauchen' sieht. Ein Rüttgers, der sich an ein 'Deutsch-Türkisches Forum' heranwagt, scheint da in der CDU mehr fehl am Platz zu sein, als Hohmann und Co.
Es ist nichts neues, das CDU/CSU auch sehr weit rechtes Klientel bedienen. Die Begründung, man wolle verhindern, dass diese Wähler in den Sog von Rechtsaußen-Parteien gezogen werden, hat eine groteske Wendung genommen. Wer schätzt nun die CDU/CSU davor, in den Sog dieser Wähler zu gelangen.
Trotz allgemeinem Tenor, diese ganzen Vorfälle sind keine Einzelfälle. Der Fall Hohmann möge vielleicht etwas stärker ins Rampenlicht getreten sein, weil er sich diesmal über Juden ausließ, statt wie sonst nicht einfach nur über Türken, Ausländer oder Asylanten. Setzt man die Schwelle für die Alarmglocken etwas tiefer an, zB bei Diskriminierungen gegenüber Migranten oder, Nietzsches Wortwahl entsprechend, andererer 'Parasiten', dann wird man sich des Ausmaßes des rechtsextremen Gedankenguts in CDU/CSU viel stärker bewusst.
Es ist nicht das 'christliche' in der CDU/CSU, die 'die Hände von Muslimen zum Faulen bringen' würden, es sind Hohmann, Nietzsche und ihre Schutzpatronen in den Parteispitzen, die eine Wahl der 'C-Parteien' für viele Muslime unmöglich machen, wie auch mehrere Umfrageergebnisse bestätigten. Man fühlt sich angesichts solcher Äußerungen, als würde man eigenhändig einen 'Rechtsruck' mit unterstützen, wenn man sein Kreuz vor den Namen dieser Parteien setzt.
Ja, den Muslimen würde eher die Hand ablaufen, als dass sie Leute, die rechte Ressentiments schüren, auch noch mit ihrer Stimme zu unterstützen. Dies CDU wäre gut beraten, deutlich zu machen, dass solche Leute nichts in der Union zu suchen haben.